20. Mrz 2017

ARNOLDS CLASSICS

Am 01. März 2017 begann unser Trip nach Columbus Ohio zum Arnold Sport Festival. Monate zuvor kam mein Bruder Alex im Oktober 2016 zu mir und sagte mit zitternder Stimme: „Oida, Andi, vielleicht werd ich zu den Arnolds eingeladen“. Aus dem Vielleicht wurde ein Sicher, und so brachen wir zum Wettkampf seines Lebens auf. Im Prinzip gibt es nur eine Möglichkeit bei den Arnolds im Powerlifting jemals teilnehmen zu dürfen, man wurde dafür geboren. So wie ein Ray Williams oder ein Mike Tuchscherer. Alex war die Ausnahme. Er war kein anaboles Wunderbaby. Weder seine Anzahl an Satellitenzellen noch die Größe seines Hüftgelenks waren „leiwand“. Ganz im Gegenteil, alles war erbärmlich. Bilder von früher zeigen einen Ausdauerathleten, ein Spaghetti – No neck, no glutes, just abs. Ich, als sein Bruder, kann jedoch sehr objektiv behaupten, der Wahnsinn in ihm war groß. Größer geht nicht. Wahnsinn bedeutet Wille, und Wille heißt „Ich schaffe mehr als vorgesehen ist.“

Und genau das machte er, er veränderte den Lauf der Dinge. Jahrelang trainierte er härter als der Rest. Unter dem Rest meine ich jeden, den ich je persönlich trainieren sah. Ich bin sicherlich auch krank, aber etwas anders. Ich hatte immer das Bedürfnis, meine Grenzen in unterschiedlichen Bereichen zu überschreiten. Alex blieb aber 10 Jahre lang beim Beugen, Drücken und Heben. Das machte er, nichts anderes. Konsequenz in Person.

Auch ohne Bart hatte er damals schon einen imaginären Bart und die Augen des Tigers.
Auch ohne Bart hatte er damals schon einen imaginären Bart und die Augen des Tigers.

Im April 2010 fand im Powergym beim Maresi eine Studiomeisterschaft statt. Im 2ten Versuch bewältigte ich locker 280kg (https://www.youtube.com/watch?v=CGOKA6aL5Ic) und im 3ten verreckte ich mit 300kg knapp über Kniehöhe (https://www.youtube.com/watch?v=pElgQ4JzR7k). Ich war im Kraftdreikampf gegenüber Alex bevorzugt. Konnte mit weniger spezifischem Training mehr heben. Ich weiß, er hat diese Tatsache nie gepackt und schon gar nicht akzeptiert. Ich kann mich noch ganz genau an den Blick meines Bruders erinnern, als ich mit 280kg eine Vorgabe lieferte. Seine Augen sagten: „Oida, das gibt es nicht. Das kann es nicht geben. Das ist nicht fair oder sonst irgendwas. Ich muss mehr heben.“ Und das machte er im 3ten Versuch mit 302,5kg (https://www.youtube.com/watch?v=SMzPWAP9Ftg#t=36.321422787= . Er stand damit auf, nicht, weil er es konnte, sondern weil er es musste. Es gab viele solcher Situationen, und ich glaube, diese waren daran schuld, wieso sich Alex auf eine Bestleistung von 340kg raufarbeiten konnte, obwohl genetisch nur 300kg möglich gewesen wären. Er hat seinen genetischen Code geknackt.

Die Woche in Columbus war ganz wichtig. Sie hat einerseits unseren bisherigen Weg – einen Großteil unseres Lebens für den Kraftsport zu opfern – bestätigt und andererseits hat sie eine wichtige Auswirkung auf unsere zukünftigen Entscheidungen.

Vieles, was wir hier erlebt haben, wurde von uns mit „das verstehen nur ganz ganz wenige“ kommentiert.

Ich versuche zu erklären, was wir damit meinen:

Hier schmückt das Plakat noch unser Hotelzimmer, bald unser Gym.

#1 PASSION: Am Weg zum Columbus Convention Center sahen wir 3m hohe Fahnen am Straßenrand, welche diesen Event ankündigten. Der erste zeitgleiche Gedanke war: „Wir müssen diese Fahne für unser Gym fladern“. Auch, wenn wir dafür angeschossen werden oder ins Gefängnis müssen. Haben wir leider nicht geschafft, aber wir haben andere Sachen gestohlen und das ohne schlechtes Gewissen. Wir erwarten nicht, dass das irgendjemand versteht, aber der kleine Verlust für jemanden steht nicht in Relation für unseren enormen emotionalen Gewinn. Es handelt sich um Werbeschilder. Ein riesiger Pfeil mit der Aufschrift: „Party with the Pros“, ein Lageplan usw., die bald unser Gym bereichern. Ich kann auch nicht erklären, was daran so geil ist. Kann ich nicht. Wie gesagt, es verstehen nur ganz wenige. Aber denjenigen, die es verstehen, wie zum Beispiel Bijan und Buchalla, muss man nichts erklären. Was auch niemand verstehen kann, ist, dass wir diese überdimensionalen Plakate mit einem materiellen Wert von 2 Dollar um 800 Dollar über Fedex nach Wien schicken wollten. Zum Glück hat es die amerikanische Post schließlich um 60 Dollar erledigt.

#2 DIE ECHTEN: Ca. 80-90% aller Arnold Classic Besucher waren auf Stoff. Die Ausnahme waren die IPF Powerlifter, ich und Mirela. Wiederum 50% der Menge des gesamten injizierten Testosterons haben in Form von Rich Piana mit uns gefrühstückt. Ich bin weder ein Stoffbefürworter noch Gegner. Ich verstehe es.  Der Hawara und seine 5%ler Gang sitzen stundenlang am Frühstückstisch und essen Müsli, lachen und wirken in diesem Moment glücklicher als viele Bürofuzzis. Sicherlich müssen sie irgendwann die Konsequenzen dieser verbotenen Früchte hinnehmen,  aber jetzt, in der Gegenwart, würde man auf österreichisch sagen, sie sind „Echte“. Ich und Alex hatten unser schönstes Frühstück aller Zeiten. Wir drehten unsere Sofas in Richtung 80er Astl, überschlugen unsere Beine, in einer Hand einen Kaffee von Starbucks in der anderen ein Croissant und beobachteten die Gorillas. Dieser Moment erweiterte meinen Akzeptanz-Horizont. Nicht, dass ich jemals tauschen würde oder diesen Weg einschlagen könnte, aber ich verstehe ihn.

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Captain Jack kommentiert das Drücken, Beugen und Heben.
Captain Jack kommentiert das Drücken, Beugen und Heben.

#3 IT’ S MONEY TIME: Ärger als jeder Bodybuilder, Hafthor, Brian Shawn oder die 5%ler war Ray. Man kann das nicht verstehen, wenn man es nicht sieht. Wunderschön, so wie Schwarzenegger, nur am gegenüberliegenden Pol. Könnte ich mir eine Hülle aussuchen, eine Wahl wäre schwer. Das IPF Powerlifting Event fand in einem eigenen Raum statt. 600 normale Menschen fanden Platz. Und so war es auch, ähnlich einem Underground Bare Knuckle Fight war die Hütte voll, nur dass jeder dieser 600 Besucher sicherlich über 200kg beugen konnte. Unter ihnen der eine, der rappend mit 477,5kg in die Hocke ging – „It’s money time, Ray“. Wir waren so nahe dran, dass wir mit Ray während seiner Beuge kommunizieren konnten. Alex schrie zu ihm: „Do it Ray“ und er antwortete: „Yes, I do it“. Das ist Wahnsinn. Keine Sportart erreicht dieses kurzzeitige Intensitätslevel, keine. Der Kampf gegen knappe 500kg lässt sich nicht mit Skispringen vergleichen. Zwei Dinge sind notwendig, um das verstehen zu können. Erstens, wie sich nur 200kg anfühlen und zweitens, live dabei gewesen zu sein, wenn der Weltrekord pulverisiert wird. Kommentiert wurde das Ganze von einem Piraten… ja… einem Piraten.

#4 ELITE FTS: Am Montag fuhren wir mit „Uber“ – ein Unternehmen, das die Taxindustrie zerstört – nach London (London in Ohio. Das gibt es wirklich), der Heimat von Dave Tate und Elite FTS. Schließlich haben wir ja um mehrere hunderttausend Euro den Laden für unser Gym leergekauft. London ist ein abgefucktes Nest, verwest und verrottet. Dieser Zerfall potenzierte sich, je näher wir zur Adresse von Elite kamen, bis er schließlich seine Vollendung erlangte. Der optische Zustand dieser Firma war so arg, dass er schon wieder Style hatte. Muss man nicht verstehen. Neben dem Office-Gebäude befand sich das legendäre Gym, indem die meisten bekannten Videos gedreht werden. Der erste Eindruck sagt dir, ob ein Gym Potenzial, Flair und Atmosphäre hat. Das sind die wichtigsten Dinge. Equipment kann man kaufen, Charakter muss man sich erarbeiten. Dieses Gym hatte das gewisse etwas, genauso wie unser Gym in Wien. Es ist das Gegenteil von steril, es lebt und passt sich an. Dann kam Dave Tate und plauderte mit uns über seine künstlichen Hüftgelenke, Mark Rippetoe, Steroide, Powerlifting, Monolifts, und andere Dinge. Nach diesem Gespräch war eines klar. Der Mann kennt sich aus, auch wenn wir vorher der Meinung waren, dass er einiges Sinnloses von sich gab. Er hatte seine Begründungen. Dieses Treffen war für zukünftige Geschäfte, aber auch für neue Gym-Ideen wichtig. Und wir konnten herausfinden, wofür dieser Prowler-Aufsatz gedacht ist, den wir einfach nicht verstanden. Er ist dafür da, sich mit dem Hintern dagegen zu lehnen. Ein Arsch-Aufsatz sozusagen. (https://www.youtube.com/watch?v=8neIIufRA90)

Zentrale von Elite Fts.
Zentrale von Elite Fts.
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#5 BODYBUILDING: Wir trafen viele Bodybuilder und Kraftikonen. Alte und neue. Eines fiel auf: Die Krafttypen waren sehr kommunikationsfreundlich, die Bodybuilder etwas introvertiert. Eines hatten alle gleich, man spürte die Leidenschaft. Und darauf kommt es an. Als ich dem 83 Jahre alten Ed Corney erzählte, dass wir von ihm ein großes Plakat im Gym hängen haben, hat er gesagt: „Tell them that I said Hi.“ Das mache ich hiermit, also: Hallo von Ed an euch. Man merkt, dass er die alte Zeit vermisst. Auch ein komplett gelifteter Lou Ferrigno kommt mit dem Altern nicht klar. Alex hat ihn nicht erkannt, und auch ich konnte ihn nur auf Grund seines fast unsichtbaren Hörgeräts eindeutig identifizieren. Dafür erkannte ich Bob Chicherillo von hinten, das muss man mal schaffen…

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#6 ARNOLD: Ein Stand verkaufte ca. 15 unterschiedliche Schwarzenegger-Poster. Eines um 20€. An der Rückwand befanden sich originale unveröffentlichte eingerahmte Aufnahmen von Arnold zwischen 1971-1974. Ein Bild kostete statt 950 Dollar wegen der Messe „nur“ 500 Dollar. Es war für mich klar, dass ich, ähnlich wie Rich sein Clenbuterol, eines dieser Bilder unbedingt fürs Gym benötige. Während ich mit Alex und Mirela diskutierte, welches dieser 10 Kunstwerke in sein Ursprungsland zurückkehren wird, kam mir nur ein Gedanke.( Dieser Gedanke kommt mir ständig bei vermeintlich schwierigen Entscheidungen.) Der Gedanke an den scheiß Tod. Kein Schwein denkt, bevor es sich in die Grube legt, an die 5000€, die man mal „gespart“ hat. Man stellt sich die „was wäre gewesen, wenn“-Frage. Diese Frage kann man nur beantworten, wenn man sich in solchen Momenten für die Veränderung entscheidet, für das Neue, das Risiko. Also schiss ich wiedermal drauf und sagte zu Alex: „Nehmen wir alle“. Ich verlange nicht, dass das irgendjemand versteht. Aber es ist ganz einfach zu erklären. Die Auswirkung, die diese Bilder langfristig auf das Gym haben werden, ist unbezahlbar. Nur die Summe solcher Taten kann irgendwas zum „Besten“ machen. Also investierte ich wieder in einen kleinen Baustein und werde mich sicherlich vor niemandem rechtfertigen. Der vergangene Erfolg ist auf meiner Seite.

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In keiner anderen Sportart wird man eingepudert.
In keiner anderen Sportart wird man eingepudert.
Ich sage Alex, dass er nicht stehen bleiben darf.
Ich sage Alex, dass er nicht stehen bleiben darf.
Alex mit 340kg mit dem langsamsten Kreuzhebeversucht der Geschichte.
Alex mit 340kg mit dem langsamsten Kreuzhebeversucht der Geschichte.
Schwarzenegger-Pose.
Schwarzenegger-Pose.

#7 DON’ T STOP: Alex hatte seinen Auftritt am Sonntag um 10 Uhr. Um 9 wurden wir in die große Messehalle in den Aufwärmbereich eskortiert. Nur 3 Personen – ich, Mike Tuchscherer und Alex selbst – erkannten schockiert den Moment, als Alex seinen letzten Aufwärmversuch mit 270kg absolvierte. Dieser war schwach, langsam und zu schwer, um auch nur irgendwie die geplanten 340kg real erscheinen zu lassen. Natürlich sagte ich nichts und Mike auch nicht, aber ich sah in Alex´ Augen, dass er kurz fassungslos war. Alex erzählte mir später, dass die Reaktion von Mike und mir – das Senken der Häupter – ein klares Anzeichen dafür war, dass der Satz noch schwerer war, als er sich angefühlt hatte. Nur wusste ich, wenn Plan A – stark genug zu sein – wiedermal nicht funktionierte, gab es noch Plan B. Plan B sah ich zuletzt im Dezember bei der Staatsmeisterschaft in Wien, als Alex nach seinem 2ten Versuch mit 270kg in der Kniebeuge auf 280kg im 3ten erhöhte. Dieser 2te Versuch war schon mit Kraft allein nicht möglich gewesen, er erforderte „Inbrunst“. Man kann das schwer erklären, diese kurzfristige übermenschliche Fähigkeit abzurufen baut auf den richtigen Gedanken im richtigen Moment.  Also sagte ich zu Alex vor dem 3ten Versuch, dass er alle Liebe und allen Hass genau jetzt in diesen Versuch stecken muss. Nimmt man das ernst, muss man einfach alles geben, ansonsten wäre man ein Arschloch. Dieser Versuch dauerte mindestens 20 Sekunden. Oida! 20 Sekunden, in denen dein Körper jede Sekunde aufgeben möchte. Während des Aufkriechens aus der Hocke zerrte sich Alex die Brust. Während einer Kniebeuge. Das war neu.

Bei den Arnolds war es noch ärger. Nach 310kg Kreuzheben im Ersten wurde auf 340kg erhöht. Alex war bereit, ich sagte ihm, dass das komplette Gym zusieht und er – egal was passiert – nicht stehen bleiben darf. Und das machte er, die Stange bewegte sich nach oben. So langsam wie es noch nie vorher zu sehen war. Das ist physiologisch nicht möglich. Kreatinphosphat reicht nicht für diese Zeitspanne. Auch eine Pressatmung kann unmöglich aufrechterhalten werden. Also nennen wir es ein verdammtes Wunder. Während dieser Wiederholung blieb die Zeit stehen. Alex meinte, dass er während des Versuches kurz blind war. Somit war nur die Kinästhetik als einzige Verbindung zur Außenwelt vorhanden. Er meinte, er konnte – da es so langsam war – bei jedem Bewegungszentimeter entscheiden, was er nun machen sollte, um die Stange noch einen Zentimeter zu heben. „So. Jetzt spann ich mal den Glutaeus an. Gut. Das hat funktioniert. Oh, Vorsicht, die Stange geht nach vorne. Zieh sie mit dem linken Lat zurück. Gut gemacht. Weiter geht’s nach oben. Knie ein paar Grad strecken.“ Usw. Als würde man Artilleriegeschütze feinjustieren, um das Ziel auszuschalten. Ein bisschen hier. Ein bisschen dort. Dann wird das. Schlussendlich fehlte ein knapper Zentimeter zum vollständigen Lockout. Schwer zu beurteilen, aber mit einer Entscheidung von 2 : 1 gegen ihn eindeutig. Im Prinzip ist es auch scheiß egal. Erstens haben wir ein Foto, auf dem Alex aufrecht mit 340kg bei den Arnolds steht. Zweitens hat so etwas noch niemand gesehen und wir bleiben in Erinnerung.

Da sich bei diesem Versuch die Haut von Alex Handfläche löste, war auch der 3te Versuch nicht möglich. Der Körper hat anscheinend eine natürliche Hemmung gegen selbst versuchte Häutung. Angekündigt wurde mein Bruder mit den Worten: „And now, the man with the longest deadlift attempt in powerlifting history.“ Mit einer Arnold-Pose verabschiedete er sich schließlich.

Das Ganze war ein voller Erfolg, mehr war nicht drinnen. Eigentlich war weniger drinnen.

#8 ÖSTERREICH: Die Österreicher-Partie war eigentlich die Ärgste. Oftmals wurden wir gefragt, ob wir in Österreich keine Athleten unter 105kg haben. Kein Wunder, Michi (der die Fahrt zu den Arnolds überhaupt erst ermöglicht hatte) und Alex hatten 120kg, René, der Weltrekord in der Altersklasse 1 beugte, hat 105kg und Wacki (gewann die Arnold Raw Bench Challenge mit 272,5kg), Marco und ihre drei Betreuer kumulierten 700kg. Bigger gehts kaum. Mehr als 1 Tonne Österreicher aufgeteilt auf 8 Leute.

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Michi und Alex sahen sich noch kurz das sogenannte XPC Powerlifting an. Auf Deutsch: die Stoffpartie. Das glich mehr einem Zirkus als sonst irgendwas. Michi meinte: „Ah, Kreuzheben. Naja, schau ma uns an, wie einem die Beinbeuger reißen.“ Keine 2min später kam ein höchst aggressiver Kreuzheber auf die Bühne und begann damit, auf die Scheiben zu treten. Zuerst rechts, dann links. Der Sprecher warf in der Zwischenzeit T-Shirts in die Menge und hat das Kommentieren kurz eingestellt. „Das hab ich auch noch nie gesehen. Ist neu. Tritt gegen die Scheiben“, war Michis Reaktion. Als er dann begann, das Gewicht heben zu wollen, merkte man gleich zu Beginn, dass das nix wird und 1 Sekunde später war die Beinbeuger-Verbindung Knie – Hüfte Geschichte. Ogrissn. „So, gemma, jetzt ham ma das auch gsehn!“

PSYCHE

Was ich immer wieder nach diesen Erfahrungen und Wettkämpfen verspüre, ist die unerträgliche Ruhe danach. Ist man diese Action gewohnt, kann man nicht mehr ohne sie. Ich falle immer wieder in ein kleines Loch und bin etwas deprimiert, dass es vorbei ist. Es wird zu einer Sucht. Normalsein wird immer abnormaler. Solche Texte zu schreiben, ist ein möglicher Ausweg – eine Therapie. Es ermöglicht ein Festhalten von Gedanken und ein Zurückkehren in diese außergewöhnlichen Situationen, die vieles verändern.